Willkommen

Die ELSA Studie: Erfahrungen und Lebenslagen ungewollt Schwangerer – Angebote der Beratung und Versorgung

© www.MUVS.org, Wien; Photographin: Christina Lag-Schröckenstein.

BEFRAGUNG

Im November 2021 starten wir mit der repräsentativen Online-Befragung von Frauen im Rahmen der ELSA-Studie. Der Fragebogen liegt in sechs Sprachen vor. Sind Sie von KANTAR angeschrieben worden und um eine Teilnahme an der Online-Befragung gebeten worden? Wurden Sie in Ihrer Frauenarztpraxis oder einer Schutzeinrichtung auf die Befragung aufmerksam gemacht? Schön, dass Sie zu uns gefunden haben und sich für diese wichtige Studie interessieren.

Hier finden Sie alle Informationen in sechs Sprachen.

MOTIVATION

Eine ungeplante und ungewollte Schwangerschaft ist immer eine besondere Situation im Leben einer Frau. Bislang liegen nationale Forschungen zur Entstehung ungewollter Schwangerschaften vor. Das Projekt ELSA will nunmehr wissenschaftlich basierte Erkenntnisse zu maßgeblichen Einflussfaktoren auf das Erleben und die Verarbeitung einer ungewollten Schwangerschaft herausarbeiten. Verknüpft mit Analysen zur psychosozialen und medizinischen Versorgungssituation sollen Ansatzpunkte für Verbesserungen erarbeitet werden.

Ziele und Vorgehen

Ziel des Forschungsvorhabens ELSA ist es, Erkenntnisse über die sozialen und gesundheitlichen Belastungen und Ressourcen von Frauen, die ungewollte schwanger sind und diese Schwangerschaft austragen oder abbrechen, zu gewinnen sowie zu ergründen, wie die Unterstützung und Versorgung die sie erfahren die Verarbeitungsprozesse befördern oder erschweren. Gestützt auf internationale Forschungsergebnisse, nach denen nicht der Abbruch einer Schwangerschaft als solcher, sondern die ungewollt eingetretene Schwangerschaft unter schwierigen Lebensumständen die Belastungen erzeugt, werden die Entwicklungen bei gewollt und bei ungewollt eingetretenen sowie bei ausgetragenen und bei abgebrochenen ungewollten Schwangerschaften untersucht. Es wird eine übergreifende Entwicklungsperspektive eingenommen und in einer quantitativen Studie unter Einbeziehung einer Wiederholungsstudie erforscht. Um Schlussfolgerungen für die Unterstützung von Männern und Paaren ziehen zu können, werden in einer qualitativen Teilstudie Partner einbezogen. Ebenfalls besonders im Fokus stehen Frauen mit speziellen Problemlagen wie Gewalt- und Migrationserfahrung, psychischen Belastungen und Traumatisierungen.

Unter Berücksichtigung der jeweiligen Situationen vor der Schwangerschaft wird die Verfügbarkeit, Inanspruchnahme und Wirksamkeit von professioneller Unterstützung im psychosozialen und medizinischen Bereich aus Sicht von betroffenen Frauen und Fachkräften analysiert. Dies wird mit Analysen zum aktuellen Stand der psychosozialen und medizinischen Unterstützungs- und Versorgungsangebote in ihrer regionalen Unterschiedlichkeit und Verursachung verknüpft. Zudem werden die Sichtweisen von Fach- und Leitungskräften sowie Verbänden systematisch betrachtet und Ärztinnen und Ärzte, die Abbrüche vornehmen, befragt.

Perspektiven für die Praxis

Gewonnen werden Erkenntnisse zum Erleben und Verarbeiten ungewollter Schwangerschaften, zu den psychosozialen Beratungs- und Unterstützungsangeboten sowie zur medizinischen Versorgungssituation. Diese können auf Bundes- und Landesebene sowie von Institutionen und Einrichtungen dafür genutzt werden, um die Unterstützungs- und Versorgungsleistungen passfähiger auf die Bedarfe der Frauen hin zu entwickeln und dafür ggf. adäquate gesundheits- und fachpolitischen Entscheidungen zu treffen. So können beispielsweise die Informationszugänge und -qualität für Frauen verbessert und der Abbau von Stigmatisierungserfahrungen erreicht werden. Die Erkenntnisse adressieren den Ausbau von Ressourcen oder Strukturen der medizinischen Versorgung, die Qualifizierung der Fachkräfte und den Ausbau von Kooperationen und Schnittstellen zwischen Beratungsangeboten und Versorgungsleistungen. All dies dient stets dem Ziel, ungewollt schwangere Frauen bestmöglich zu unterstützen und ihre reproduktive Gesundheit zu sichern.

FORSCHUNGS- VERBUND

Der Forschungsverbund ELSA besteht aus dem Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut zu Geschlechterfrage | FIVE Freiburg (SoFFI F.), der Hochschule Merseburg, der Freien Universität Berlin, der Hochschule Nordhausen sowie der Universität Ulm. Die Projektleitung liegt bei der Hochschule Fulda.

Der Verbund bearbeitet kooperativ aufeinander abgestimmt die sich ergänzenden Facetten des Projekts in drei Arbeitspaketen (AP): Befragung von Frauen mit ungewollter ausgetragener/ abgebrochener Schwangerschaft (AP 1), psychosoziale Beratungssituation (AP 2) sowie medizinische Versorgung (AP 3).

Beirats- mitglieder

Der Beirat setzt sich aus namhaften Vertreter*innen von Wissenschaft und Praxis zusammen. Er ist beratend tätig und soll sowohl grundsätzliche als auch spezifische Perspektiven auf die jeweiligen Forschungsschwerpunkte und -fragen und ihre wissenschafts- und praxisbezogene Verzahnung diskutieren, Schnittstellen identifizieren und verschiedene Handlungslogiken beteiligter Akteure in das Projekt einbringen. Zudem kann der Beirat länder- und trägerspezifische Besonderheiten einbinden. Er tagt einmal jährlich, die Mitglieder wirken zudem in spezifische Fragen der jeweiligen Arbeitspakete des Projekts beratend mit.

Dr. Delal Atmaca (Verein Da Migra, Dachverband der Migrantinnenorganisation)
Dr. med. Julia Bartley (Frauenklinik des Universitätsklinikum Magdeburg)
Sarah Clasen (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege)
Prof. Dr. med. Matthias David (Fächerverbund der Frauenkliniken der Virchow-Klinikums der Charité)
Dr. med. Werner Harlfinger (Landesverband der Frauenärzte)
Ulrike Hauffe (Stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende der BARMER und Mitglied im G-BA)
Angelika Heßling (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)
Robert Höcherl (Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales)
Prof. Dr. med. Annette Kersting (Universitätsklinik Leipzig)
Rita Klügel (Donum Vitae)
Barbara Knappstein (Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen)
Prof. Dr. Hartmut Kreß (Universität Bonn)
Dr. med. Wolf Lütje (Deutsche Gesellschaft für psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe)
Dr. Silja Matthiesen (Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf)
Dr. Monika Mund (Kassenärztlichen Bundesvereinigung)
Heike Pinne (pro familia Bundesverband)
Prof. Dr. Ekkehard Schleußner (Universitätsklinikum Jena)
Prof. Dr. Holger Stepan (Universität Leipzig)
Prof. Dr. Beate Wimmer-Puchinger (Berufsverband der österreichischen Psychologinnen)
Angelika Wolff (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege)

Gaststatus im Beirat:
Dr. Eva Becher (DLR)
Julia Krieger (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
Dr. Thomas Stracke (BMG)
Simone Strecker (BMG)